Volksbegehren – Artenvielfalt

Ihr Recht, ihre Stimme, unsere Chance!

Stellen Sie sich vor, 10% aller Wiesen würden erst nach dem 15. Juni gemäht! Dann müssten wir ImkerInnen uns wohl keine Sorgen mehr um Trachtlücken im späten Frühjahr machen.

Stellen Sie sich vor, bis 2025 würden 20% der Agrarflächen ökologisch bewirtschaftet und bis 2030 schon 30%! Dann wären unsere Sorgen um vergiftete oder in ihrem Orientierungsvermögen gestörte Bienen sicher geringer als heute.

Ein Imkertraum in einem langen Winter? Keineswegs. Die Möglichkeit, diese Verbesserungen zu erreichen, ist aktuell so real wie nie zuvor. Dazu müssen sich aber 10% der bayerischen Wählerinnen und Wähler zwischen dem 31. Januar und dem 13. Februar 2019 in den Rathäusern für das Volksbegehren Artenvielfalt eintragen.

Ausgangspunkt des Volksbegehrens ist das dramatische Artensterben, das auch vor Bayern nicht Halt macht und unter anderem durch die Krefelder Studie dokumentiert wurde. Demnach ist selbst in Naturschutzgebieten in den letzten 27 Jahren die Biomasse der Fluginsekten um 75 Prozent zurückgegangen. Damit einher geht ein Schwund an Vögeln, so dass sich selbst „Allerweltsvögel“ wie die Feldlerche mittlerweile auf der „roten Liste“ wiederfinden. Insgesamt leben in Bayern noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren.

In Reaktion auf diese Bedrohung unserer Umwelt wurde das Volksbegehren Artenvielfalt als breites Bündnis engagierter Menschen, Organisationen und Unternehmen initiiert. Mittlerweile wird das Volksbegehren von über 100 Organisationen unterstützt, unter anderem vom LVBI. Es wurden mehr als 80 Aktionsbündnisse in Bayern unter Beteiligung vieler ImkerInnen gegründet, die für das Volksbegehren werben.
Großen Wert legen die Initiatoren darauf, „dass es sich nicht um eine Initiative gegen die Landwirtschaft handelt. Die bäuerlich arbeitenden Familienbetriebe sind vielmehr die Leidtragenden einer verfehlten Agrarpolitik, die sie in ein System des ‘Wachsen oder Weichen’ drängt und zu einen gigantischen
Höfesterben geführt hat“, betont Agnes Becker, eine der Initiatorinnen des Volksbegehrens.

Neben den oben genannten Verbesserungen durch das Volksbegehren (Mahd von 10% der Wiesen erst nach dem 15. Juni und 20%, bzw. 30% Ökolandwirtschaft bis 2025/2030) betrifft der Gesetzesvorschlag des Volksbegehrens die folgenden Schwerpunkte:

  • eine bayernweite Vernetzung von Lebensräumen für Tiere
  • Erhaltung von Hecken, Bäumen und kleinen Gewässern in der Landschaft
  • der Staat geht voran und stellt alle staatlichen Agrar- und Forstflächen auf ökologisch/nachhaltige Bewirtschaftung um
  • Naturschutz als Teil der Ausbildung von Land- und Forstwirten
  • beim Aufstellen von Beleuchtungsanlagen im Außenbereich müssen die Auswirkungen auf Insekten berücksichtigt werden
  • Gewässerrandstreifen dürfen in einer Breite von 5m nicht ackerbaulich genutzt werden
  • die Anwendung von Pestiziden wird in Naturschutzgebieten, in gesetzlich geschützten Landschaftsbestandteilen und in gesetzlich geschützten Biotopen verboten.

Der Bienenzuchtverein Passau e. V. und auch der Landesverband LVBI unterstützen das Volksbegehren und bitten die Mitglieder die historische Chance zu nutzen und sich für das Volksbegehren zu engagieren.
Weitere Informationen und die Möglichkeit Aktionsbündnisse zu kontaktieren finden Sie auf:   www.volksbegehren-artenvielfalt.de

Quelle: http://www.v-b-b.net/; 08.01.2019