Veitshöchheimer Bericht unter Beschuss!

Am 03.01.2019 veröffentlichte die PNP einen Bericht vom Bieneninstitut in Veitshöchheim. Zum PNP-Artikel.

Darin stellte das Institut die Zahl der diesjährigen Winterverluste verharmlosend dar und reduzierte die Ursachen auf die Varroamilbe, welche für die Verluste verantwortlich sei.  Der Wortlaut im Artikel: “Etwa 15 Prozent ihrer Bienenvölker werden Imker über den Winter wegen des Befalls mit der Varroamilbe verlieren.” Ferner verwies das Bieneninstitut auf die Nachlässigkeit mancher Imker mit den Worten “Weil der Milbendruck, also der tatsächliche Befall, im Sommer nicht so hoch gewesen sei, habe der eine oder andere Imker die Behandlung nicht oder nicht konsequent durchgeführt.” Ein neuer Wirkstoff, Lithiumchlorid, wird derzeit erforscht, es ist aber noch unklar ob der Wirkstoff auch im Honig landet. So der Artikel.


Die Reaktion auf die vereinfachte und verharmlosende Darstellung der Bienenverluste im Winter 2018/19 folgte prompt.

Leserbrief zum Zeitungsartikel vom 03.01.2019 „Wenig Verluste bei Bienen wegen Varroamilbe“.

Sind 15% Bienenverluste wenig?

 

Der prognostizierte Verlust von ca. 15 % Bienenvölkern im Winter 2018/2019 wird als „wenig“ bezeichnet. Vermutlich liegen die tatsächlichen Verluste weit über den statistisch hochgerechneten Werten.

Würden landesweit 15% Schweine, Hühner oder Kühe sterben, so würde dies zurecht eine Lawine von Protesten seitens der Landwirtschaft lostreten. Jeder Leser kann sich selbst eine Meinung bilden was „wenig“ oder „viel“ ist.

Quelle: FAZ, 18.10.2017

Man muss sich die Frage stellen, ob die Verluste immer nur auf die Varroamilbe zurückzuführen sind, oder ob die Milben sich nur deshalb so stark vermehren können, weil die Bienenvölker durch andere Faktoren geschwächt sind.

98% des von den Bienen zur Aufzucht der jungen Bienen eingetragenen Pollen ist mit Substanzen von Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft kontaminiert.

Nachweislich senken Pestizide die Brutnesttemperatur und verlängern somit die Entwicklungszeit der Bienenbrut (Jungbienen), weshalb die Varroamilbe, die vorwiegend die Bienenbrut befällt, mehr Nachkommen produzieren kann.

Wir müssen uns deshalb Gedanken machen, ob der Giftcocktail, mit dem die Jungbienen gefüttert werden, letztendlich nicht doch einen größeren Einfluss auf die Bienensterblichkeit hat.

Die Varromilbe als einzige Todesursache zu bezeichnen, ist somit etwas zu kurz gegriffen.

 

Kunkel Günter
Vorsitzender, Bienenzuchtverein Passau e. V.