Die Bienen und deren Produkte in der Prävention und Ernährung

Lehrbienenstand, 12. Mai 2017. Zur Themenreihe „Bienen und ihre Produkte“ konnte der Bienenzuchtverein Passau Imkermeister Anton Reitinger für einen Vortrag gewinnen. Imkermeister Reitinger ist Referent für Apitherapie des Österreichischen Imkerbundes sowie Mitbegründer und Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Apitherapie und betreibt in Zell an der Pram im benachbarten Innviertel eine Nebenerwerbsimkerei. Für den pensionierten Lebensmittelfachmann sind die Bienen und deren Produkte etwas ganz Besonderes. Den sprichwörtlichen Fleiß der Honig- und Wildbienen beschreibt Reitinger mit der enormen Bestäubungsleistung. Weltweit sind mindestens ein Drittel der Lebens- und Futtermittelproduktion auf die Insektenbestäubung angewiesen und deshalb sind die Bienen für die Menschheit auch unersetzbar. Die Bienen sind jedoch gefährdet wie noch nie: Chemischer Pflanzenschutz, blütenarme Monokulturen und zubetonierte öffentliche Räume verschlechtern zunehmend ihre Lebensgrundlage. Deshalb müssen wir Imkerinnen und Imker die Gespräche mit Land- und Forstwirten, privaten Gartenbesitzern und den Kommunen suchen, damit die Umwelt für unsere Bienen wieder etwas bunter wird, so der Appell des Referenten.
Auch Krankheiten und Parasiten, wie die aus Asien eingeschleppte Varroamilbe, dezimieren unsere Honigbienen, so dass ein Überleben in unseren Breiten ohne Hilfe der vielen Imkerinnen und Imker kaum vorstellbar ist.
Ein unbezahlbarer Lohn dafür ist eine mit Farben und Leben erfüllte Heimat und als Draufgabe die wertvollsten und köstlichsten Produkte der Natur aus dem Bienenstock.
Vorbeugen und Heilen mit Bienenprodukten, gilt als eines der ältesten Therapieverfahren, wie archäologische Funde belegen. Die Bienenprodukte sind nicht nur Genuss- und Lebensmittel sondern dienen auch zu Heilzwecken.
Mit Bienenprodukten und ihrer Heilwirkung beschäftigt sich die Apitherapie, die in Asien, Südamerika und Osteuropa bereits weit verbreitet ist und in den deutschsprachigen Ländern bei Ärzten, Naturheilkundlern und Wissenschaftler immer mehr Interesse findet. Nicht nur Honig ist gesund. Auch andere Erzeugnisse der Bienen wie Propolis, Pollen, Gelee Royale und selbst das Bienengift sind stark gegen Krankheiten und Infekte. Bereits beim Schleudern des Honigs fällt frisches Entdeckelungswachs an, eines der wertvollsten Produkte, das alles enthält, was man zur Vorbeugung gegen Pollenallergien benötigt.
Entdeckelungswachs hygienisch verarbeitet und mit Blüten und Waldhonig ergänzt, verschafft meist Linderung für Beschwerden bei Pollenalergikern, so Reitinger.
Zurück zum Honig erklärte Reitinger die breite Palette an Inhaltsstoffen. Die Hauptbestandteile sind bis zu 30 verschiedene Zuckerverbindungen, hauptsächlich Frucht- und Traubenzucker, die für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel beim Menschen sorgen. Im Honig sind alle essentiellen Aminosäuren, die der menschliche Körper nicht selbst erzeugen kann, enthalten. Diese Proteine unterstützen zusammen mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen die vielen komplexen Stoffwechselvorgänge beim Menschen. Sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme, organische Säuren und Pollen hemmen schädliche Bakterien, wirken verdauungsfördernd und stärken die Abwehrkräfte und das Immunsystem.
Honig enthält keimtötende Wirkstoffe und wird deshalb auch erfolgreich zur klinischen Wundbehandlung eingesetzt. Ein weiteres Produkt mit antibakterieller Wirkung ist Propolis, ein Stoff mit bis zu 200 verschiedenen Wirkstoffen, das die Bienen von Pflanzenknospen sammeln, um für die Gesundheit im Bienenvolk zu sorgen. Propolis zeigt bei richtiger Anwendung antibiotische Wirkung ohne die bekannten Nebenwirkungen herkömmlicher Antibiotika wie Resistenzen und Unverträglichkeiten. Zusätzliche Produkte, die wir Imker relativ einfach gewinnen können sind Blütenpollen, der mit Pollenfallen in den Bienenstöcken gesammelt wird, und Perga oder Bienenbrot, der Blütenpollen, der von den Bienen mit ihren körpereigenen Enzymen verändert und konserviert in den Bienenwaben eingelagert wird. Während die Wirkstoffe des rohen Blütenpollens erst in Verbindung mit Säuren oder Enzymen beim Vermischen mit Honig oder Joghurt für die menschliche Verdauung aufgeschlossen werden müssen, ist Perga bereits als fertiges Elixier für den menschlichen Stoffwechsel verfügbar.
Die Erzeugung weiterer Bienenprodukte wie Gelee Royal, der proteinreiche Futtersaft für die Bienenkönigin, der als der Turbo für das Immunsystem und die Zellenenergie gilt, und die Gewinnung von Bienengift sowie die Therapie durch Einatmen von Bienenstockluft sind jedoch nur spezialisierten Imkerbetrieben vorbehalten. Den anwesenden Imkerinnen und Imkern gab Reitinger noch Folgendes mit auf dem Weg: „Der Bienenstock ist wahrlich eine Apotheke der Natur und wir Imker sollten stolz darauf sein, diese wertvollen Schätze der Bienen ernten zu dürfen.“ [Autor: Martin Stockmeier]

Alois Kroiß – Königinnenzucht

Die Mitglieder des Bienenzuchtvereins Passau e. V. konnten bei einem ihrer wöchentlichen Treffen am Lehrbienenstand am Steffelmühlweg in Passau einen interessanten, zweistündigen  Vortrag über die Königinnenzucht verfolgen. Bienenfachwart und Carnica Reinzüchter Alois Kroiß aus Arnstorf kam der Einladung des 1. Vorsitzenden Günter Kunkel nach und stellte seine Königinnenzucht in einer sehr informativen Power Point Präsentation dar. Vom Zeitplan und der Zuchtstoffauswahl von Völkern die durch Sanftmut, guten Honigertrag, Schwarmträgheit und Varroaresistenz ausgewählt werden sollen, über die Auslese der geschlüpften Königinnen bis hin zur  Vorbereitung zur Begattung der Königinnen auf einer Belegstelle und dem „Königinnenzeichnen“ konnten sich die Mitglieder informieren. Wer wollte konnte im Anschluss Fragen stellen, die Herr Kroiß gerne beantwortete. Wie wichtig diese Vorträge/Fortbildungen für die Imker sind zeigte sich durch das große Interesse an dieser Veranstaltung, bei der das Vereinsheim bis zum letzten Platz besetzt war und einige Mitglieder sogar stehend dem Vortrag folgten. Im Laufe der Bienensaison werden die Mitglieder des Vereins noch in den Genuss weiterer interessanter Informationsabende durch Fachreferenten zu Themen wie z. B. Bienenkrankheiten, Varroabekämpfung, Arbeitssicherheit, Propolisgewinnung  und Vermarktung von Bienenprodukten, kommen.

Förderung 2017

Förderung von Investitionsmaßnahmen:
Förderhöchstbetrag für
– Anfänger: 476,- €;
– Weitere Imker: 952,- €
Abgabe Förderantrag bis zum 15.04.2017!

Förderung von Honig- bzw. Wachsuntersuchungen:
Honig: Die Förderung beträgt 75 Prozent der förderfähigen Nettoausgaben, wobei die Zahl der förderfähigen Untersuchungen durch die Ausgabe von Meldescheinen gedeckelt ist.

Wachs – Ab Ende Januar 2017 wird die Wachsuntersuchung (Wachsverfälschung, Rückstandsanalyse) zu 100 % gefördert. Mindestens 100 g Bienenwachs in Plastikbeutel an
Tiergesundheitsdienst Bayern e. V, Bienengesundheitsdienst, Senator-Gerauer-Straße 23, 85586 Poing, einsenden. Es wird eine Analyse pro Imker und Jahr gefördert. Entweder auf Rückstände von Pestiziden/Insektiziden, Varroaziden, usw. oder auf Wachsverfälschungen.

Wachsverfälschungen -Wachsuntersuchung wegen Wachsverfälschungen:
Ceralyse Chemisches Labor, Am Holzhof 54, 29221 Celle, Tel.: 05141/6068, Kosten: ca. 200,– €

Förderung von Varroamitteln bzw. AS-Verdunster
Förderfähig sind Verdunster zur Applikation von Ameisensäure (z. B. Nassenheider, Liebig). EU-Förderung bis 25% des Nettopreises in kreisfreien Städten erfolgt eine Kofinanzierung aus Landesmitteln
jedoch mit max. 50%. (d. h. LRA bzw. kreisfreie Stadt 2,– €, LfL: 2,– €).
Weitere Infos am Lehrbienenstand!
>>Bestelltermin beim Kreisverband: 30.April 2017
>>Ausgabetermin im Juni 2017 am LBS.

Die Varroamittel selbst sind nicht mehr förderfähig!

– alle Angaben ohne Gewähr-